Intimchirurgie – Dr.med. Sheila de Liz über Vaginalstraffung & Co.

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Dr.med. Sheila de Liz ist gebürtige Amerikanerin und arbeitet seit 2006 als Gynäkologin in ihrer Praxis in der Kirchgasse in Wiesbaden. Hier betreut sie Patienten und arbeitet nach einem ganz besonderen Mantra: ihren Patientinnen nicht nur medizinisch, sondern auch persönlich eine optimale Betreuung zu bieten. Aufgrund der auffallenden Trend-Entwicklung im Bereich Intim- und Vaginalchirurgie haben wir der Expertin ein paar Fragen gestellt:

Liebe Sheila, ich habe das Gefühl, das Thema Intimchirurgie ist derzeit in aller Munde. Werden Intimbehandlungen immer mehr „salon-fähig“?

Intimchirurgie ist seit einigen Jahren auf dem aufsteigenden Ast – spätestens seitdem die Schambehaarung überall verschwunden ist, machen sich Frauen mehr Gedanken um ihr weibliches Genital, weil eben alles besser sichtbar ist. Aber auch der Einfluss aus dem Ausland zeigt sich immer mehr: in vielen Ländern lassen sich viele Frauen nach einer Geburt vaginal straffen, oft als Teil eines „Mommy-Makeover“ Programms. Insofern sage ich ja, die Intimbehandlungen werden immer mehr „salon-fähig“.

Welche Eingriffe gehören zu den gängigsten Behandlungen?

Die gängigsten Behandlungen sind aus dem operativen Sektor die Verkleinerung der kleinen Schamlippen und des Klitorismantels („die „Kapuze“, wenn man so will) sowie Fettabsaugen aus dem Venus Hügel. Aus dem Nicht-operativen Sektor haben wir die Straffung der Vagina durch Laser oder Radiofrequenz sowie Hyaluroninjektionen in die Schamlippen, oder Vergrößerung des G-Punktes mittels Hyaluronsäure. 

Hast du häufiger Anfragen für Vaginalstraffungen oder Schamlippenverkleinerungen?

Das würde jeder ästhetisch operativ-tätige Gynäkologe anders beantworten. In meiner Praxis behandle ich eher Vaginalstraffungen mittels Laser, man kann auch die großen Schamlippen mit Laser oder Radiofrequenz behandeln, um sie zu straffen. Die Nachfrage von Schamlippenreduktionen hält sich in meiner Praxis im Übrigen seit 10 Jahren gleich, die Straffungen haben allerdings deutlich zugenommen.

Ist die Schamlippenverkleinerung ein rein ästhetischer Eingriff oder gibt es tatsächlich medizinische Indikatoren?

In selteneren Fällen ist die Schamlippenreduktion medizinisch. In diesen Fällen leiden die Frauen oft sehr: die Schamlippen stören in diesen Fällen beispielsweise beim Fahrradfahren und sind dementsprechend gereizt. Zumeist ist die Schamlippenverkleinerung ein ästhetischer Eingriff, was aber keineswegs bedeutet, dass die Frauen unter der Größe der Schamlippen kein Leidensdruck haben – oft ist der enorm, und nach meiner Ansicht genauso ernst zunehmen wie eine ästhetisch unglücklich gewachsene Brust.

Kann eine Vaginalstraffung die Ehe retten?

Die leichte Antwort wäre hier zu sagen, „Nein, natürlich nicht“ – eine kaputte Ehe mit schweren Fehlern wie Misshandlungen, Suchtproblematik und serielles Fremdgehen kann Nichts kitten. Aber ich behaupte, dass guter Sex nicht zu unterschätzen ist und damit eine Ehe retten kann. Wenn man seinen Partner besser spürt und in der Lage ist, eine bessere Verbindung zu ihm beim Sex aufzubauen, kann man seinen Partner neu erleben. Hier ist vieles andere auch möglich. Versöhnungssex zum Beispiel, wenn man den Partner gut spürt und ihm dabei in die Augen schaut, kann den Impuls geben, den Menschen suchen zu wollen, den man früher gekannt hat und der eventuell durch den Alltag verschüttet wurde.

Wo liegt das Durchschnittsalter deiner Patientinnen mit ästhetischen Anliegen?

Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 35 Jahren.

Übernehmen Krankenkassen solche Eingriffe?

Die Krankenkassen übernehmen in den seltensten Fällen die Kosten für eine solche Behandlung. Möglich ist dies bei Schamlippenverkleinerungen. Hier müsste ein als schwerwiegend einzustufender Befund vorliegen.

Wie hoch sind die Kosten für einen derartigen Eingriff?

Vaginal-Straffungen mit Laser kosten 1200.- Euro für 3 Behandlungen, Radiofrequenz kann mit 2000.- Euro teurer sein. Genitalchirurgie fängt bei ca. 2000.- Euro an. Es gibt natürlich regionale Schwankungen. Ich würde grundsätzlich empfehlen, sich nicht ausschließlich nach dem Preis zu richten, sondern nach spezialisierten Gynäkologen oder plastischen Chirurgen.

Vielen Dank an Dr.med. Sheila de Liz für das Interview!

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