Warum tragen wir eigentlich keine Miniröcke mehr?

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Letztens waren wir in der Stadt. Ich mit meiner Freundin, die Kinder in der Schule und Uni – einfach mal rumspazieren, bummeln. Da stach er mir ins Auge: ein super schöner, dunkelblauen Jeansrock. So einer von denen, die ich mit 20 getragen habe. Hochgeschnitten, reine Baumwolle, 5 Pockets. Ich stand wirklich lange vor ihm, er hing lachend vor mir und flirtete. Und das passierte etwas, was mich zuhause fast sauer gemacht hat. Ich ging weiter. Obwohl ich lange nicht mehr ein so tolles Teil gesehen hatte. Ich ging weiter, und das nicht weil ich ihn nicht wollte. Sondern weil ich mir sehr stark selber vorsagte, dass ich so etwas nicht mehr tragen kann. „Über das Alter bin ich drüber, das ist eher was für meine Tochter. Geschweige von den Blicken der Leute. Das Thema ist durch.“

Das Thema ist durch? Die Gedanken, die wie automatisch durch meinen Kopf gingen, machten mir im Nachhinein fast Angst. Das Schlimmste war: sie kamen fast wie aus dem Unterbewusstsein. Sie kamen selbstverständlich. Und ich nahm sie einfach hin. Probierte den Rock tatsächlich nicht mal an. Und warum? Weil die Leute angeblich gucken würden. Weil das Thema durch ist. Was genau soll das überhaupt heißen?

Es heißt, dass uns Frauen ab einem gewissen Alter eine bestimmte Individualität genommen wird. Im Gegensatz zu den 20 Jährigen, bei denen outfit-Entscheidungen nach Haarfarbe, Körper form getätigt werden, wird bei uns: nach dem Alter entschieden. Bei 35+ falle dementsprechend automatisch raus: kurze Röcke, Minikleider, zu hohe Schuhe. Die Liste könnte ich getrost ewig weiterführen.

Ich weiß nicht jeder fühlt so. Es gibt diese tollen Frauen, die einfach immer super aussehen und anziehen, worauf sie Lust haben. Aber es gibt auch uns. Die Frauen, die gerne gefallen, die nicht wegen ihrer extraordinären Outfits auffallen wollen. Was machen wir? Wir passen uns an. Und ich bin zurück gegangen. Habe den Rock gekauft und zuhause trage ich ihn. Mal sehen, vielleicht taste ich mich so langsam heran. Der Gesellschaft zum Trotze.

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